Was ist DVB-T

Was ist DVB-T und wie funktioniert DVB-T Digitales Antennenfernsehen (DVB-T:Das ÜberallFernsehen) - Einführung in Deutschland.

Ab 2004 wird in Deutschland schrittweise das digitale terrestrische Fernsehen eingeführt. Im Zuge der umfassenden Digitalisierung der Rundfunkübertragungswege wird dann die analoge, antennenbasierte Fernsehübertragung durch eine entsprechende digitale Übertragung abgelöst. In Berlin ist bereits im vergangenen Jahr mit der digitalen terrestrischen Fernsehverbreitung begonnen worden. Seit dem 4. August 2003 senden öffentlich-rechtliche und private Programmanbieter dort nur noch digital, empfangbar über kleine Zimmerantennen oder die vorhandene Dachantenne.

Die von der Bundesregierung eingerichtete Initiative "Digitaler Rundfunk" (IDR) geht davon aus, dass der Umstieg von der analogen terrestrischen Übertragung auf DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial) bis spätestens 2010 vollständig abgeschlossen sein wird und das digitale terrestrische Fernsehen sich bis dahin als eigenständige Plattform für multimediale Angebote etabliert haben wird.

DVB-T: Das ÜberallFernsehen bedeutet vor allem eine im Vergleich zum herkömmlichen, analogen terrestrischen Fernsehen wesentlich bessere Ausnutzung der vorhandenen Übertragungskapazitäten. In einem Fernsehkanal können nun bis zu vier TV-Programme und Mediendienste untergebracht werden, so dass mittelfristig Platz für bis zu 28 Programme geschaffen werden kann. Mit den geringeren Verbreitungskosten für ein einzelnes Programm wird eine größere Programmvielfalt möglich. Zudem entstehen neue und verbesserte Perspektiven auch für regionale und lokale Programmangebote.
So werden nicht nur die regionalen Programme vom NDR und die regionalen Fensterprogramme von RTL und Sat.1 weiterhin verbreitet, sondern auch für zusätzliche Programmangebote entsteht neuer Raum.

Ein weiterer großer Vorteil, den DVB-T: Das ÜberallFernsehen bietet, liegt im portablen und mobilen Empfang. Das bedeutet, dass digitale Fernsehprogramme und Datendienste mit tragbaren TV-Geräten, DVB-T-Karten  für Notebooks und in Zukunft auch mit Handhelds empfangen werden können.

DVB-T: DasÜberallFernsehen schafft zudem die Verbindung zwischen Fernsehen und der digitalen Medienwelt mit zahlreichen neuen Angebots- und Nutzungsformen. Es wird aufgrund seiner Portabilität und Mobilität die Vorstellungen vom Fernsehen verändern und neue Rezeptionsgewohnheiten mit sich bringen. Neben dem klassischen Fernsehprogramm werden mit DVB-T auch programmbezogene Daten übermittelt, die den Zuschauer über den Titel, den Inhalt und die Dauer der laufenden Sendungen informieren und ihm den Zugriff auf eine Programmvorschau ermöglichen. Ergänzend zu solchen Daten wird es zunehmend eigenständige multimediale Angebote aus den Bereichen Information, Unterhaltung, Kultur und überregionale Nachrichten geben.

Bessere Frequenznutzung, mehr Programme, neue Angebote sowie portabler und mobiler Empfang sind die entscheidenden Argumente dafür, dass DVB-T: DasÜberallFernsehen das analog terrestrische Fernsehen ablöst. Bei alledem ist DVB-T nicht als Ersatz für die Übertragungswege Kabel und Satellit gedacht, sondern muss als ein komplementärer dritter Übertragungsweg verstanden werden, der neue und andere Formen der Fernsehnutzung entstehen lässt. Die portable und mobile Fernsehnutzung ermöglicht in der Zukunft Konvergenzen mit mobilen Multimediaangeboten.

Damit die neue Technik von den Verbrauchern angenommen wird, muss sie von Beginn an einer großen Bevölkerungszahl zugänglich sein. Entsprechend wird in den Regionen Hannover/Braunschweig und Bremen/Unterweser zeitgleich am 24. Mai 2004, in den Regionen Hamburg/Lübeck und Kiel am 8. November 2004 mit der Ausstrahlung begonnen. Nach derzeitigen Planungen werden dann etwa 11 Millionen Einwohner in Norddeutschland die Möglichkeit haben, DVB-T: Das ÜberallFernsehen mit einer herkömmlichen Dachantenne zu empfangen. Davon können ca. 4,5 Millionen Einwohner in Norddeutschland DVB-T mit einer kleinen Zimmerantenne im Haus empfangen.

Damit die Umstellung gelingt, müssen in den betroffenen Gebieten die derzeit analog genutzten leistungsstarken Kanäle auf digitale Technik umgestellt werden. Das bedeutet in den Übergangsphasen eine unvermeidliche Einschränkung des analogen zugunsten des digitalen Empfangs. In einer kurzen Übergangsphase werden die öffentlich-rechtlichen Programme noch weiter analog ausgestrahlt, allerdings auf kleineren und leistungsschwächeren Kanälen.

Bereits heute ist eine Vielzahl von Empfangsgeräten auf dem Markt, sie reichen von separaten kleinen DVB-T-Empfängern und Fernsehempfängern mit integrierten Digitaldecodern bis hin zu Nachrüstsätzen oder Einsteckkarten für PC´s. Der Einstiegspreis liegt heute bereits bei unter 100 Euro, wobei solche kostengünstigen Geräte nur für die frei empfangbaren Programme geeignet sind, nicht aber für Pay TV oder den Empfang interaktiver Dienste verwendet werden können.

Einige europäische Nachbarn, z.b. Großbritannien und Spanien betreiben bereits DVB-T-Netze, andere wie Frankreich und die Niederlande sind in der Umstellung begriffen.
Aber nicht nur in Europa hat das neue System mittlerweile große Resonanz gefunden, auch andere Regionen der Welt haben sich für den europäischen DVB-T-Standard entschieden.