DVB-T Störanfälligkeit

Beim Empfang mit Zimmerantennen kommt es relativ oft zu Störungen und Signalaussetzern. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Einige dieser Zimmerantennen sind von schlechter Qualität oder sind sogenannte passive Zimmerantennen, die keinen eingebauten Signalverstärker besitzen. Sie liefern nur ein relativ schwaches Signal, was sich mit Bildaussetzern bemerkbar machen kann.
  • Viele Zimmerantennen sind nur für den UHF-Bereich optimiert und liefern im VHF-Bereich (Kanal 5 bis 12) nur schlechten Empfang. Abhilfe kann geleistet werden, wenn an die Antennenspitze ein ca. 90 cm langer Draht angebracht wird.
  • Viele, vor allem neuere Gebäude schirmen die hochfrequenten Signale stark ab, da sie oftmals dicke Betonwände enthalten. Die Antenne sollte also grundsätzlich in der Nähe eines Fensters aufgestellt werden.
  • Innerhalb einer Wohnung ist oftmals ein durch zahlreiche elektrische Geräte verursachter (z. B. Energiesparlampen, Computer, Mobiltelefon) hoher Störpegel vorhanden. Für einen ausreichenden Empfang muss das DVB-T-Signal also stärker sein als der Störpegel in der Wohnung. Im VHF-Bereich (Kanäle 5 bis 12) ist dieser Störpegel am höchsten.
  • Innerhalb der Wohnung kann es viel häufiger zu Signalreflexionen kommen als auf dem Dach. Durch Bebauung kann das Signal abgeschwächt und durch vorbeifahrende Autos kurzzeitig ausgelöscht werden. Der grundsätzlich niedrigere Pegel als bei einer Dachantenne (vor allem in Kellerwohnungen) kann in besonders kritischen Fällen, wenn das DVB-T-Signal in der Regel gerade stark genug für fehlerfreien Empfang ist, zu Empfangsaussetzern bei Regen oder niedrigem Luftdruck führen.


Ton und Bild können plötzlich verschwinden, das Bild „friert ein“, ganze Programmblöcke verschwinden bisweilen, und je nach Decoder kommt es zu digitalen Tonartefakten (sehr unangenehme, extrem laute Knackgeräusche).

Bei Empfangsstörungen wird der Funkmessdienst der Bundesnetzagentur (BNetzA) nur tätig, wenn eine ordnungsgemäß errichtete Empfangsanlage vorhanden ist (i.d.R. eine Außenantenne). Zimmerantennen sind Behelfsantennen und zählen nicht als ordnungsgemäß errichtete Empfangsanlage. Auch wenn vielerorts der Empfang mit Zimmerantennen problemlos möglich ist, müssen ggf. auftretende Störungen hingenommen werden.

Die o. g. Empfangsprobleme treten tendenziell eher im Randbereich der Ausstrahlungsgebiete auf, im Kernbereich (d. h. in relativ geringer Entfernung zum Sender) ist die Feldstärke oft so groß, dass auch mit einer einfachen Zimmerantenne guter Empfang möglich ist.

Bei Inversionswetterlagen, die in Mitteleuropa in den Monaten September bis November häufig auftreten, können bei DVB-T besonders im VHF-Bereich Empfangsstörungen durch Überreichweiten auftreten. Erfahrungen hierzu bestehen in Deutschland aber noch nicht. In Großbritannien gibt es deshalb Fernsehen nur noch im UHF-Bereich. Das für diese Störungen besonders anfällige VHF-Band I wird in Deutschland jedoch nicht für DVB-T genutzt werden.