TV-Programmübersicht

DVBT - TV-Programmübersicht

Bedeutung der Terrestrik

DVB-T steht für das digitale terrestrische Fernsehen (Digital Video Broadcasting - Terrestrial). Im Rahmen des europäischen DVB-Standards wurden für alle drei Übertragungsverfahren (Terrestrik, Kabel und Satellit) Normen festgelegt. Insgesamt hat das analoge terrestrische Fernsehen in Deutschland - anders als in vielen europäischen Ländern - eine sehr geringe Bedeutung. Deutlich unter 10% der Haushalte nutzen die Dachantenne anstelle von Kabel- oder Satellitenempfang. Die Digitalisierung ermöglicht eine Aufwertung der Terrestrik und deren Fortbestand als dritten unabhängigen Übertragungsweg für den Konsumenten und die Programmanbieter.
Vorteile von DVB-T
Das terrestrisch digitale Fernsehen bringt einige Verbesserungen mit sich. So kann man beispielsweise durch Datenreduktion bei gleichbleibender Qualität eine größere Anzahl von Programmen verbreiten, als dies bisher im analogen Fernsehen aus physikalischen Gründen möglich war.

Realistisch sind in Ballungsräumen ca. 25 bis 30 frei empfangbare Programme, für die weder Kabelgebühren bezahlt werden müssen noch der Kauf und die Montage einer Satellitenanlage nötig ist. Eine Ausdehnung in die Fläche wird vom öffentlich- rechtlichen Rundfunk angestrebt.

Ziel ist es, in den Kerngebieten die Versorgung so zu gestalten, dass mit einer Zimmerantenne der Empfang mit einem TV-Gerät überall im Haus und im Freien möglich ist. Eine Verbindung zur Antennensteckdose wird also nicht mehr benötigt (= portabler Empfang). Außerhalb dieser Regionen ist der Empfang von DVB-T mit einer Außen- oder Dachantenne möglich.

Wie empfange ich DVB-T?

Welche Geräte Sie benötigen, worauf Sie beim Kauf einer Set-Top-Box achten sollten, wie diese an Ihr Fernseh-Gerät angeschlossen wird und weitere Tipps zum Empfang des digitalen Fernsehens mit der Antenne.

Programme und Datendienste
Was bietet DVB-T?

Wieviele Programme gibt's mit DVB-T ?
Ab Mai 2004 sind 16 Programme digital zu empfangen: acht öffentlich-rechtliche und acht private. Dies gilt für die Region Bremen/ Unterweser sowie Hannover/ Braunschweig und Köln/ Bonn. Nach ca. einem halben Jahr, wenn auch Hamburg und Kiel angeschlossen sind, soll es bis zu 24 Programme geben.

Erfreulich für Radio-Bremen-Fans: das Fernseh-Lokalmagazin buten un binnen wird ab Mai auch über DVB-T zu sehen sein.

buten un binnen ab Mai 2004 auch über DVB-T.

Wer macht mit bei DVB-T?
Noch haben sich nicht alle Anbieter festgelegt, ob sie sich an der digitalen terrestrischen Ausstrahlung beteiligen. Für das Bremer Sendegebiet stehen inzwischen folgende Teilnehmer fest, weitere werden noch folgen:

Öffentlich-Rechtliche: Das Erste (Radio Bremen Regional-Programm), NDR/RB-Fernsehen (3.Programm), ZDF.
Private: Prosieben, Sat1, RTL, RTLII, Vox.

Sobald die endgülige Liste der zur Verfügung stehenden Kanäle und Anbieter fest steht, werden diese auf den Webseiten der Bremischen Landesmedienanstalt veröffentlicht. (Siehe Linkliste).

Anfangs wird es 16, später 24 Programme im im digitalen terrestrischen Bouquet geben.

Kanalbelegung
Insgesamt werden vier bzw. fünf Kanäle zur Verfügung stehen. Jeder Kanal (Multiplex) hat eine Kapazität von 13,3 Mbit/s und kann in vier "Programm-Äquivalenzen" aufgeteilt werden. Das können z.B. Fernseh-Programme aber auch Medien- und Teledienste sein. Ihnen stehen jeweils 3 Mbit/s zur Verfügung.

Wo wird welches Programm zu sehen sein?

Datendienste
Jeder digitalisierte Inhalt kann über DVBT ausgestrahlt werden, also z.B. auch Informationen, wie sie im Internet zur Verfügung stehen (allerdings bisher noch ohne Rückkanal).

Datendienste benötigen weniger Übertragungs-Kapazität als Fernsehbilder, daher können pro Programm-Äquivalenz mehrere Angebote übertragen werden. Angedacht ist, auf einem Kanal vier Datendienste zu übertragen. Diese Datendienste wird es vermutlich noch nicht ab Mai geben, doch sicherlich im Laufe des Jahres. Auf der Internationalen Funkausstellung und der CEBIT wurden derartige Datendienste bereits demonstriert.

Einige Firmen erarbeiten inzwischen Geschäftsmodelle für Datendienste: So ist T-Systems dabei, einen MultiMediaDienst zu entwickeln, der vor allem auf den bundesdeutschen Gelben Seiten aufbauen und regionale Nachrichten aus Wirtschaft, Kultur und Tourismus übertragen soll.


Radio über DVB-T?
Es ist vorerst nicht geplant, dass Hörfunkprogramme über DVB-T verbreitet werden sollen. Technisch wäre dies jedoch möglich.

Interaktive Programme
Die ARD bietet im Digitalbouquet bereits interaktive Dienste im MHP-Standard an. Z.B.: Verstehen Sie Spaß, Tatort interaktiv, Musikantenscheune, ARD Ratgeber, LexiTV, Tour de France.

Außerdem das "TV Portal" mit interaktivem Programmführer (EPG), Sendungssuche, Zusatzinfos zu Sendungen, ebenso wie den "Online Kanal", ein multimediales Info-Angebot, das den Videotext ablösen soll. In Vorbereitung sind außerdem ein interaktiver Nachrichtenticker und personalisierte Wetterberichte. Das ZDF bietet seit August 2002 den ZDFdigitext an, und RTL hat Ende 2002 seinen Dienst RTL-World aufgenommen.


Zukünftige Entwicklung
Interaktives Fernsehen ist vorerst noch Zukunftsmusik für die meisten Zuschauer. Noch sind Set-Top-Boxen, die diese Dienste verwerten können (MHP-fähige Geräte), kaum zu finden und teuer.

Langfristig wird die Entwicklung sicher in Richtung Hybrid-Systeme gehen. Zum Beispiel könnte der Empfang eines Programms über DVB-T erfolgen und als Rückkanal für die Interaktion Mobilfunk im selben Gerät nutzen.