DVB-T2

Für die Spezifikation dieses neuen Standards, der auch DVB-T2 genannt wird, wurde bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Alte Geräte können DVB-T2 jedoch nicht empfangen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass neue Geräte DVB-T2 und den alten Standard nach MPEG2 decodieren können. Auch eine Übertragung der Programme in HDTV mittels DVB-T2 wäre somit möglich

Insbesondere in einigen Ländern Osteuropas, in denen sich DVB-T zur Zeit erst in der Planung bzw. Testphase befindet, ist das Interesse an MPEG-4-AVC-codiertem DVB-T deutlich größer als an der in Westeuropa üblichen älteren MPEG2-Kodierung. Somit dürfte sich mittelfristig ein „Bruch“ zwischen Ost- und Westeuropa ergeben, was die grenzüberschreitende Nutzung entsprechender Set-Top-Boxen angeht.

Digitales Fernsehen zu neuen Ufern: DVB-T2-Studie
[ab] Dublin - Die Digital Broadcast Group hat eine Studie zur Entwicklung eines terrestrischen Fernsehstandards namens DVB-T2 gestartet, um eine höhere Bandbreite und eine robustere Übertragung zu erreichen.

Wie Ulrich Reimers, Vorsitzender des DVB Technical Module, auf dem DVB World Forum-Treffen (1. bis 3. März in Dublin) sagte, stehe eine weitere Studie zum Thema 'Satellitenservices für portable Geräte' kurz vor der Fertigstellung.

Die Projektgruppe DVB-T2 hatte sich vergangene Woche erstmals getroffen, schreibt der Branchendienst EEtimes. Die Teilnehmer suchen nach einer Weiterentwicklung des mittlerweile zehn Jahre alten terrestrischen Digitalfernsehstandards DVB-T. Dabei geht es ihr vor allem um höhere Bandbreiten und robustere Übertragungsverfahren sowie um höhere Flexibiltät im Übertragungsnetz.

Doch unter den Teilnehmern herrschen unterschiedliche Vorstellungen, wie diese Vision realisiert werden könnte. Ein Teil der Gruppe steht hinter einem Ansatz, der DVB-T2 vor allem auf die Bedürfnisse von Mobilgeräten in Fahrzeugen zuschneiden will. Eine andere Fraktion sieht DVB-T2 als Vehikel, um terrestrisches hochauflösendes Fernsehen in den Frequenzbereichen heimisch zu machen, die nach der Abschaltung analoger TV-Ausstrahlungen frei werden. Die DVB-T2-Studie werde voraussichtlich kommenden Herbst abgeschlossen, erklärte der Vorsitzende des DVB-Projekts, Theo Peek. Die Ergebnisse werden zunächst dem DVB-Steuerkommittee vorgelegt, danach werden sie dem DVB Commercial Module übergeben, um die Anforderungen an eine Kommerzialisierung der Technik zu formulieren.

Einen stärkeren praktischen Bezug scheinen die Diskussionen der DVB-Gruppe zum Thema 'Satellite Services to Portable Devices' (SSP) zu haben. "Genau wie die terrestrischen Sender mit DVB-H ihren Standard für die Bedienung mobiler Empfänger haben, wollen jetzt auch die Satellitenbetreiber ihren eigenen Standard, mit dem sie den Markt für portable Geräte bedienen können", erklärte Reimers. Satellitenbetreiber könnten sich nun der DVB-H-Dienste als virtuelles Netz terrestrischer Umsetzer bedienen. So wird das in Korea implementierte satellitengestützte mobile TV-Netz Digital Mobile Broadcast (S-DMB) von einem Mangel an terrestrischen Unterverteilerstationen gebeutelt. SSP könnte daher Satellitenbetreibern eine Symbiose mit DVB-H-Netzbetreibern ermöglichen.